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Bericht von: Dieter Hölzli (Vizecommodore)
 
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S 41 Jugend in Berlin erfolgreich
Nach 100 Jahren gewann die Jugend unter dem Kommando von Stephan Beurle und mit der Mannschaft Georg Bauer, Harald Schuh und Suse Steingroß-Retzlaff den Kranichpokal ein zweites Mal.
Vor rund 15 Jahren wurde ein Silberpokal, der am 18. Juli 1912 der Preis für eine Nationale Regatta der Sonderklassen war, zufällig in München in einem Restaurant durch einen Segler entdeckt und erworben. Nachforschungen ergaben, dass dieser Pokal auf der Havel in Berlin ausgesegelt wurde und von der Jugend gewonnen wurde. Der Pokal wurde dem Akademischen Segler-Verein Berlin gestiftet und wird seither als Wanderpokal für die schnellste Sonderklasse (oder das schnellste L-Boot) im Rahmen der Havel-Klassik-Regatta ausgesegelt. Grund genug für uns, die Jugend zusammen­zupacken nach Berlin zu fahren und nach dem Motto „Segeln - Siegen - Feiern" zu versuchen diesen Pokal zu gewinnen.

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Die Anreise erfolgte am Donnertag nachmittags bis Mitternacht. Am Freitag wurde gekrant, der Mast gestellt und eine Erkundungsausfahrt bei 2-3 Bft und Sonnenschein gemacht. Die Jugend kam damit erstmals seit ca. 95 Jahren wieder in ihren „Geburtsort" zurück. Dieser Probeschlag führte uns auch zum Verein Seglerhaus am Wannsee (VSaW), der am Wannsee einer Ausbuchtung der Havel liegt. Das Clubhaus ist ein großes dreistöckiges Fachwerkshaus mit Kaisersaal und allem was ein alteingesessener Club benötigt.

Am Samstag war nach einer kurzen Startverschiebung um 11:00 bei leichtem Südwind Start, der in zwei Gruppen erfolgte; zunächst rund 50 Jollen und Jollenkreuzer, 10 min später rund 30 Kielboote. Wir konnten sofort nach dem Start die Führung bei den Kielbooten übernehmen und segelten eine „Schneiderkreuz" (für unsere deutsche Mitseglerin Suse als Anliegerkurs nur unzureichend übersetzt) vorbei am Grunewald Turm (wenn man seine 4 Fensterbögen sieht ist Sherry-time) Richtung Lindwerder. Von dort ging es in einer Kreuz weiter vorbei an Schwanenwerder und der Pfaueninsel Richtung Jungfernsee. Die gesamte Havel ist in diesem Bereich mit Fahrwassertonnen gekennzeichnet und ein Mannschaftsmitglied hatte die Aufgabe unseren Kurs und die Seekarte hinsichtlich Untiefen und der 2m Tiefenlinie im Auge zu behalten. Der Kurs hatte zwei Engstellen, bei denen es nicht mehr als ca. 50 Meter breit ist. Zum Glück waren wir zu diesem Zeitpunkt auch schon an den meisten Jollen vorbei und konnten diese Engstellen mit einigen Wenden passieren. Auch waren die Rundfahrtsschiffe und Lastenschubschiffe (halb so groß wie auf der Donau aber doch ziemlich lang und schnell) gerade nicht in den Engen, als wir durch mussten. Die Wendeboje lag in der Nähe der Glienicker Brücke, auf der in Zeiten des kalten Krieges Ost- gegen West-Agenten bzw. West- gegen Ost-Agenten ausgetauscht wurden. Wir rundeten die Boje als zweites Boot, nur die 22-Rennjolle (J-Jolle) Fram war noch vor uns. Die Windverhältnisse ließen Erinnerungen an die Burgau bei einer langen Wettfahrt am Attersee aufkommen. Zurück ging es bei leichter werdenden und halben, raumen oder achterlichen Winden. Wir wechselten zwei Mal den Spinnaker von klein auf groß und wieder retour; dank Harald ohne, dass dabei Knöpfe im Spi oder sonstige Missgeschicke zu vermelden waren. Die Fram wollte sich aber bis ins Ziel, welches direkt vor dem ASV in der Scharfen Lanke lag nicht überholen lassen und ging nach 4:37 Stunden ins Ziel. Wir waren ca. 7 min später im Ziel und somit schnellstes Boot nach gesegelter Zeit. Nach uns gab es beim Zieleinlauf rund ein halbe Stunde Pause bis zum Dritten nach gesegelter Zeit. Rund die Hälfte des Feldes konnte das Zeitlimit von 3 Stunden nach dem ersten Boot im Ziel nicht erfüllen und wurden DNF gewertet.

Wir waren schnellste Sonderklasse, zugegebener Maßen von nur zwei Sonderklassen und konnten somit unser Ziel den Pokal, der schon einmal gewonnen war, nach 100 Jahren wieder zu gewinnen umsetzen. Als Abrundung gab es im Rahmen der abendlichen Siegerehrung und des Seglerjazzabends noch einen Preis für das schnellste Kielboot nach berechneter Zeit und für die weiteste Anreise. In der Gesamtyardstickwertung wurden wir nach Fram Zweite. Am Sonntagvormittag erfolgte noch eine Flottenausfahrt, bei der man sich rund um ein altes Motorboot (ca 20 Meter lang, aus Stahl in der gleichen Werft wie die Jugend gebaut) gruppierte und gemütlich die Havel entlang segelte. Für uns hieß es dann um 12:00 wieder abbauen, kranen und Abfahrt zurück in die Heimat, wo die Jugend und wir um 24:00 Uhr wohlbehalten ankamen.

In Summe eine schöner und erfolgreicher Ausflug zu einer Regatta mit vielen schönen Holzbooten zwischen ca. 3 und 20 Meter Länge auf einem sehr geschichtsträchtigen Revier. Den Pokal durften wir ausnahmsweise in seiner originalen Holzkiste mitnehmen, wobei ich mit dem Präsidenten des Clubs nicht einig wurde, ob wir ihn nächstes Jahr wieder persönlich abliefern müssen, oder der Pokal die nächsten 100 Jahre bei der Jugend verbleibt.

Stephan Beurle

 

PS: eine Kurzfilm und viele Fotos gibt es unter: www.asv-berlin.de/de/regatten/havel-klassik.html
 
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